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Besichtigungen sind während der Öffnungszeiten des Landgasthauses Wern´s Mühle jederzeit möglich Führungen nach Vereinbarung gegen Entgelt Telefon 06858 - 216 |
Erläuterung des Produktionsprozesses In der Ölmühle Wern wurden als Ölfrüchte Raps, Mohn und in den Kriegsjahren Buchecker verarbeitet. Die Früchte Raps und Mohn wurden in der Schrotmühle geschrotet bzw. gequetscht. |
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Es fand nicht, wie oftmals angenommen und auch in Getreidemühlen üblich, ein Mahlvorgang statt, sondern es wurde durch das Quetschen der Früchte ein Öffnen der Fruchtschale bewirkt. Die vorhandene Schrotmühle wurde von der Firma L. A. Riedinger aus Augsburg um das Jahr 1915 gebaut. Nach dem Schroten der Früchte wurde im Ölsaatenwärmer eine Erhitzung auf ca. 60 C vorgenommen. Mit dieser schwachen Erwärmung sollte der Ölertrag gesteigert werden. Somit wurde ein weitgehend
kaltgeschlagenes Öl hergestellt. Kaltgeschlagene Öle sind im heutigen
Marktangebot wesentlich teurer als solche, die mit Hilfe chemischer Prozesse
hergestellt werden. |
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| Dazu wurden die erwärmten Ölfrüchte
in Mengen, die einem kleinen Schaufelinhalt entsprachen, in die Pressgefäße
(Press-Seiher) eingefüllt. Diese Press-Seiher bestehen aus einem mit
vielen Löchern versehenen Rohreinsatz. Zwischen jede Ration der in die
Pressgefäße eingefüllten Ölfrüchte wurden Rosshaarpressdeckel
gelegt. Oben und unten wurde der Press-Seiher durch zwei dicke runde
Eisenplatten verschlossen. |
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Der hierzu notwendige Pressdruck wurde durch eine wasserhydraulische Presspumpe erzeugt. Diese Pumpe wurde bis zu einem Betriebsdruck von ca. 300 bar gefahren. Mit dem an der zweiten Presspumpe erzeugten Druck wurde über den hydraulischen Vor- und Ausdrückapparat, der Teil der Pressenstation ist, die gepressten Fruchtrückstände aus den Press-Seihern herausgedrückt. |
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Die hydraulische Ölpresse, der Vor- und Ausdruckapparat sowie die beiden Presspumpen sind Maschinen der Firma J. Dieffenbacher und wurden in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt. Die über den Vor- und Ausdruckapparat aus den Pressgefäßen herausgedrückten Fruchtrückstände fielen infolge der lagenweisen Einbringung als sog. Ölkuchen an und enthielten noch einen hohen Anteil an Ölbestandteilen. Deswegen wurden diese Ölkuchen im sog. Kollergang (Titelbild) zerkleinert. Die zerkleinerten Ölkuchen wurden am Ölsaatenwärmer erneut erhitzt und danach, wie oben beschrieben, einem zweiten Pressvorgang unterzogen, wobei neben dem Öl dann Ölkuchen als Abfallprodukt anfielen. |
Antrieb der Ölmühle
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Daten zur Ölgewinnung
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Wirtschaftliche Bedeutung der Ölmühle Wern Die Umstellung auf Elektroenergie als Antriebskraft und nicht zuletzt der nach dem 2. Weltkrieg gestiegene Bedarf an Speiseöl ließen die Ölmühle Wern zur größten Ölmühle im Saarland werden. Nachdem es gelungen war mit den Ölfabriken in Straßburg einen Partner für das Raffinieren des Rapsöles (Trüböles) zum geschmacksneutralen Salatöl zu finden, begann eine stürmische Entwicklung, so dass die Ölmühle Wern ca. 55% der Marktanteile im Saarland abdeckte. Nach der Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland musste die Ölmühle Wern im Jahre 1959 wegen fehlender Konkurrenzfähigkeit gegenüber der bundesdeutschen Großölindustrie ihren Betrieb einstellen. |
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Chronik der Ölmühle Die Vorfahren der Familie Wern wanderten in der Mitte des 17. Jahrhunderts aus Saanen (Berner Oberland, Schweiz) in unsere Gegend ein. Die Grafen von Nassau-Saarbrücken versuchten durch solche Anwerbungen aus den unterschiedlichsten Ländern Mitteleuropas die durch den 30-jährigen Krieg verwüsteten Gebiete wieder neu zu besiedeln. Die Familie Wern wird aber erst im Jahre 1704 in Fürth ansässig. Die Mühle wird 1841 erbaut. Dieser erste und somit älteste Gebäudeteil beherbergte aber lediglich die Mühleneinrichtung. Ab dem Jahre 1852 wurden nach und nach Stallungen und ein Wohnhaus hinzugefügt. Nach weiteren grundlegenden Umbaumaßnahmen erhält das Gebäude bereits 1877 seine heutige Form. |
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Zunächst wurde eine Mahlmühle betrieben, der 1856 eine Ölmühle (Stampfmühle) hinzugefügt wurde. Im Laufe der Jahre wurde die Mühleneinrichtung ständig modernisiert. Zeitweise arbeitete man mit zwei Wasserrädern. Die heute noch erhaltenen maschinellen Anlagen stammen zum großen Teil aus den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts, wobei der Kollergang vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts beschafft wurde. |
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In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war die Mühle Wern die größte Ölmühle an der Saar und versorgte 55% des saarländischen Marktes. Nach der wirtschaftlichen Rückgliederung an die Bundesrepublik Deutschland war man der Konkurrenz der deutschen Großölindustrie nicht mehr gewachsen, weshalb der Mühlenbetrieb 1959 eingestellt werden musste. |
Die Mühle konnte nur zwei bis drei Monate im
Jahr (nach der Rapsernte) betrieben werden, weshalb der Grunderwerb der Familie
immer die Landwirtschaft war. Auch sie wurde im Laufe der fünfziger Jahre
aufgegeben. Von da an war die ab 1902 betriebene Gastwirtschaft die alleinige
Einnahmequelle der Familie. Die Eheleute Willi und Hedwig Wern bauten diese nach
dem 2. Weltkrieg zu einem über die Landesgrenze bekannten Ausflugslokal aus. |
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